Vereinigung Vogel- und Naturschutz VVN


Bericht


Welcher Vogel singt denn da?

 Wasseramsel         Zippammer         Mäusebussard        Turmfalke           Zaunkönig


Ausgestattet mit Regenkleidern, Schirmen und Handschuhen trafen sich am letzten April-Sonntag frühmorgens 15 Personen zur Exkursion des ornithologischen Vereins.
Das Wetter war garstig, gar nicht einladend für einen längeren Spaziergang. Doch die Exkursionen unter der kundigen Leitung von Beat Ryf sind bekannt und geschätzt, so dass auch Interessierte aus dem Fraubrunnenamt und von Niederbipp angereist waren. Kurz nach halb sieben machte sich die Gruppe auf den Weg Richtung Lindenrain. Schon im Dorfbach entdeckten die aufmerksamen Beobachter eine Wasseramsel. "Sie sucht im Wasser nach Köcherfliegenlarven", erklärte Ryf. Ob sie bereits ihre Jungen damit füttert? Weiter entlang der Lindenstrasse - in einer der letzten Streuobstwiesen des Dorfes - liessen sich mit dem Feldstecher zahlreiche Vögel wie Bundspecht, Goldammer, Turmfalke oder Rotmilan beobachten. Eindringlich wies Beat Ryf auf den ökologischen Wert der Hochstammbäume hin: "Durch das Fällen von alten und grossen Bäumen hier oder auch im Wald geht viel wichtiger Nistraum verloren. Bis grosse Bäume nachgewachsen sind, dauert es fünfzig Jahre." Vom Sportplatz aus eröffnete sich ein wunderbarer Blick über die Ackerflächen von Attiswil und Wiedlisbach. Für die Ornithologen von besonderer Bedeutung ist dort Meyers Hecke. Dort finden Vögel Futter, Schutz- und Nistmöglichkeiten.  Via Burchwald, Schnarz und Oberdorfstrasse führte der Rundgang zurück zum Schulhaus. Auf der Exkursion sichteten oder hörten die Spaziergänger 38 Vogelarten. Dazu zählten auch das 3.5 Gramm schwere Goldhähnchen, das Rotbrüstchen und der Buchfink. Einmal hörten sie auch den Zaunkönig lieden. Für besondere Begeisterung sorgte der Gesang der Zippammer in Fellers Obstanlage. Obwohl die Zippammer nicht besonders scheu ist, lebt sie meist zurückgezogen und wird leicht übersehen. Nur die scharfen, namensgebenden «zip»-Rufe verraten ihre Anwesenheit. Die Zippammer ist nicht einfach zu orten.  . Beim anschliessenden Morgenkaffee im Bären stellten die Ornithologen erstaunt fest, dass keine Schwalben und nur wenige Meisen und Spechte gesichtet wurden. Ob das nur am regnerischen, kalten Wetter liegt?
Mitglieder gesucht Der Ornithologische Verein Attiswil existiert seit 100 Jahren und kann auf 18 Mitglieder zählen. «Allerdings kämpfen wir mit dem Schicksal vieler Vereine. Wir haben drei Mitglieder, die aktiv sind. Früher oder später müssen wir uns wegen Nachwuchsmangel überlegen, ob und wie wir weitermachen können», erzählt Präsident Daniel Ryf leicht wehmütig. Dennoch wünscht er sich, dass der Ornithologische Verein noch lange besteht, denn er schätzt seine Arbeit in der Natur und die Kameradschaft innerhalb des Vereins.

 

Bericht: Rosmarie Zimmermann, OV Attiswil