Vereinigung Vogel- und Naturschutz VVN


Bericht


Gefiederte Handwerker

 

Er betätigt sich für andere Waldbewohner als Zimmermann und hat auch als Schmied seine Talente.
Tock, tock, tock. Wer in der Natur dieses Geräusch vernimmt, denkt sofort an ihn. Der Buntspecht, in der Schweiz bis zu der Waldgrenze weit verbreitet. Anstatt wie andere Vögel zu singen, trommeln die Buntspechte um ihr Revier zu markieren und das andere Geschlecht auf sich aufmerksam zu machen.
Was seinen Lebensraum betrifft, ist er nicht besonders wählerisch. Aber er braucht alte Bäume und Totholz – genau die Arten von Holz, die von menschlicher Hand eliminiert werden, weil alte Bäume entweder kaum mehr Früchte tragen oder einen Wald unordentlich erscheinen lassen.
Beim Höhlenbau hauen sie ihre Wohnlöcher nicht nur für sich selber in die Baumstämme, von der Höhlenhackerei profitieren zahlreiche andere Tiere. Dankbare Nachmieter sind beispielsweise Insekten, jede Menge Vögel wie Meisen, Kleiber oder Schnäpper, aber auch Fledermäuse oder Siebenschläfer. Die Buntspechte brauchen ihren Schnabel auch zur Nahrungsbeschaffung. Die dicken Larven der Totholzkäfer in den Baumstämmen, klopfen sie mit dem Schnabel frei und ziehen sie dann mit ihrer bis vier Zentimeter langen und mit einem Widerhaken versehenen Zunge ans Tageslicht.


Die Vögel sind aber nicht nur Zimmermänner, sondern auch Schmiede. Um an die Samen von Tannenzapfen zu kommen benutzen sie sogenannte Spechtschmieden. Sie klemmen Zapfen und Nüsse in Spalten im Holz ein und hämmern die Samen heraus.

Wünsche schöne Beobachtungen.
Christen Paul OV Aarwangen